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Im Schulhaus herrscht weitgehend Stille – bei weitem jedoch kein Stillstand, findet doch in dieser außergewöhnlichen Zeit Lehren und Lernen hinter den jeweils eigenen Türen statt, bei den Schülern im Homeschooling, bei den Lehrkräften im Homeoffice, denn nur so ist der dringlich erforderliche Abstand zueinander zum Schutz von allen Beteiligten gegeben.

Trotz anfänglicher organisatorischer und technischer Handicaps gelingt dieser Austausch mittlerweile sehr gut. Schüler, Lehrkräfte und Eltern haben sich an den Distanzunterricht „gewöhnt“, auch wenn dieser immer wieder eine Zerreißprobe sein kann.

In zahlreichen eSessions und in Eigeninitiative haben sich die Lehrkräfte umfassend über die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten informiert, Lernplattformen auch zusammen mit den Schülern erprobt und sich für eine jeweils praktikable Version entschieden. Nun kommen im Distanzunterricht kostenfreie als auch kostenpflichtige Programme zum Einsatz. 

Die Lehrkräfte der Mittelschule zeigen sich dabei methodisch kreativ und lassen den Schülerinnen und Schülern ausreichend Unterrichtsmaterialien zukommen, kommunizieren tagtäglich mit ihnen, beraten, geben Rückmeldung zu abgegebenen Aufgaben und erstellen auch eigene anschauliche und motivierende Tutorials, mit dem Vorteil, dass sich die Schüler dann mehrmals ansehen können, z.B. wie die x-Gleichung zu lösen ist.

Was fehlt sind leider die direkten persönlichen Kontakte, der Unterricht in der Klasse, das gesamte Schulleben liegt brach. Dies wird aufgefangen mit Mail-Kontakten, Telefonaten und  Videokonferenzen, die nun über die schul.cloud erfolgreich zum Einsatz kommen.

Im Vorfeld wurden allen Schülerinnen und Schülern zum Schuljahresbeginn der mebis-Zugang ermöglicht und ihnen dieser unter Anleitung der Lehrkräfte in der praktischen Umsetzung erklärt. Somit war ein weitestgehend reibungsloser Ablauf mit dem Lockdown gegeben. Dazu wurden auf Anfrage von Eltern ca. 20 Laptops mit Leihverträgen ausgehändigt, womit nun alle Schülerinnen und Schüler über die erforderliche digitale Ausstattung im Homeschooling verfügen und niemand sozial benachteiligt wird.

Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die schon vor dem Lockdown fleißig waren, sind dies nun auch, erledigen meist zuverlässig, selbständig und gewissenhaft als auch termingerecht ihre Aufgaben. Das verdient ein anerkennenswertes Lob! Bei einzelnen Schülerinnen und Schülern, die bisher eher oberflächlich gearbeitet haben, spiegelt sich dies jedoch ebenso im Homeschooling wieder. Da bedarf es immer wieder eindringlicher Aufforderungen durch die Lehrkräfte.

Hier sind auch die Eltern gefragt. Die überwiegende Rückmeldung ist durchwegs positiv, der Austausch mit den Lehrkräften zur Unterstützung der Arbeiten der Kinder verläuft harmonisch und gegenseitig wertschätzend. Trotz belastender Umstrukturierungen im häuslichen Umfeld, Mehrfachbelastungen und „Achterbahnfahrten“ im Lebensalltag tragen die Eltern die aktuelle Situation mit Bravour, haben sie schließlich auch Interesse an geregelten Abläufen, festen Strukturen und der schulischen Weiterbildung ihrer Kinder. 

Ein Duzend Kinder kommt zur Notbetreuung und werden von den Fachkräften im Ganztag sowie von Lehrkräften fürsorglich betreut. Das klappt reibungslos.

Wie wird es nun weitergehen? Wann können die Kinder und Jugendlichen endlich wieder zusammen mit ihren Klassenkameraden die Schulbank drücken, miteinander lernen und sich austauschen? Wie werden die Abschlussschülerinnen und Schüler auf ihre Prüfungen vorbereitet? Wann werden die Maßnahmen zur beruflichen Orientierung ihren Fortgang finden? – Fragen, die sich nur Schritt für Schritt anhand der jeweils politischen Entscheidungsfindung beantworten lassen. Das Wichtigste ist es, achtsam zu sein, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und gesund zu bleiben!

Es gilt nun weiterhin durchzuhalten, gemeinsam die aktuelle Lage zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. In der Schulfamilie der Mittelschule Hammelburg wird dies auch weiterhin gelingen!

 

Begeistert waren die 57 Schüler der 7. Klassen der Hammelburger Mittelschule am Ende des Drechselkurses. Nuno Mützel und Jonas Sykora (Bild 1), wie auch die Mitschülerinnen Nele Schuldes und Aileen Reindl (Bild 2), setzen das Werkzeug fachgerecht an und schon fliegen die Späne und Holzstaub verbreitet sich im Raum. Die Schülerinnen und Schüler haben schnell ein Erfolgserlebnis und können individuell ihrer Kreativität freien Lauf lassen, bestätigt Lehrkraft Christoph Schönau. Er hatte für den zweitägigen Workshop, im Rahmen des Projektes „Praxis an Mittelschulen“, den Experten Erich Spreng aus Egweil eingeladen. Dieser gab Einblicke in das traditionsreiche Drechslerhandwerk und informierte die Jugendlichen über die erforderlichen Arbeitsschritte und Sicherheitshinweise an den Maschinen. In vier Gruppen aufgeteilt, konnten sich diese anschließend an den insgesamt 15 Drechselbänken ausprobieren. Es sind spezielle Modellbau-Drechselbänke. Der gelernte Schreiner ist mit den Geräten regelmäßig an Schulen zu Besuch. Bereits im Jahr 2012 hatten Schönau und Spreng den ersten Workshop an der Mittelschule Hammelburg abgehalten.

Aus vorbereiteten Lindenholz-Rohlingen drechselten sie Schlüsselanhänger, Salz- und Pfefferstreuer, sowie Kerzenständer. „Der Eifer war so groß, dass die Schülerinnen und Schüler sogar den Pausengong überhörten“, freute sich Schönau.

 

Bild 1:
Nele Schuldes und Aileen Reindl bei der Arbeit mit dem Drechseleisen

 

Bild 2:
Nuno Mützel und Jonas Sykora bei der Herstellung von Salz- und Pfefferstreuern

 

Bild 3:
Die Klasse 7c im Technikraum an den 15 Drechselbänken

 

Bild 4:
Präzise Arbeit beim Drechseln eines Kerzenständers